Menschen sind die vermutlich bizarrsten Lebewesen auf dieser Welt.
Vielleicht weil sie zur Kunst fähig sind.
Genausowenig wie man religiöse, aber auch politische Hassprediger begreifen kann, so habe ich auch Probleme, solche künstlichen „Moslems“ zu verstehen. Kunstmoslems, möchte ich sie mal nennen. Diese selbsternannten Kämpfer für die gerechte Sache (nämlich der Freiheit zur islamischen Religionsausübung) kommen mir mehr als seltsam vor. Einerseits verteidigen sie den Islam als friedfertige Religion (Eine solche gibt es m.E. nicht – alle Religionen sind qua ihres geistigen Herrschaftsanspruches gewaltsam.) als so genannte „Dhimmies“, andererseits faseln sie alle Nase lang irgendwelche arabischen bzw. islamischen Gebetssprüche von sich.
Keiner derjenigen Moslems, die ich persönlich kenne, haben derlei fanatische Züge, dass sie ständig den Koran aufsagen würden. Nur einer von ihnen hat überhaupt schon mal eine Moschee in seinem Leben betreten. Zwei fasten alle paar Jahre einmal, wobei ich den Eindruck habe, dass es ihnen dabei in erster Linie um Diät geht …
Und keiner von ihnen möchte sich vor den Karren eines (Ex-)Christen spannen lassen, um als „guter“ oder „böser“ Moslem missbraucht zu werden. Und alle betrachten diese „runden Tische“ und „Islamgipfel“ in Deutschland mit großem Misstrauen – zu recht, denn die dort von Dr. Seltsam Schäuble eingeladenen „Vertreter“ hat niemand von ihnen gewählt oder ernannt, geschweige denn kennt sie. Das ist in etwa so, als würde ich in meiner Freizeit ein Blog betreiben und eines Tages taucht jemand auf, der sich als Präsident der Blogger bezeichnet und angeblich für mich spricht. Sowas ist für mich Stefan Herre-Denke, der sich in feuchten Träumen wälzt.
Wir erraten es: Es sind natürlich wieder die „besseren“ Moslems, d.h. Deutsche, die zum Islam konvertierten, weswegen auch immer. So wie der Deutsche natürlich die bessere Pizza produziert, so übt er natürlich auch den Islam besser aus. Das geht dann sogar so weit, dass sich eine junge deutsche Frau ein Kopftuch aufsetzt, obwohl dies angeblich nirgends im Koran zu finden ist. Aber wie wir ja wissen, basteln sich alle religiösen Fanatiker gerne ihre eigenen Interpretationen aus ihren jeweiligen Heiligen Schriften.
Wie erwähnt, machte mich die seltsame Reaktion beider Seiten auf den angeblichen Abgang des Jens von Wichtingen etwas stutzig: seine verlassenen Volksgenossen zeigen Bedauernd und nicht Hass, seine stets bekämpften „Dhimmies“ nach eigenem Bekunden „großen Respekt“, so als ob er eine schwere Entscheidung mit weltweiten Auswirkungen getroffen hätte.
Diese mentale Einigkeit beider Lager ist jedoch nicht zufällig, sondern könnte darauf hindeuten, dass diese beiden durchaus auch eine prinzipielle Einigkeit und Gleichheit haben: Es sind und bleiben schließlich Fanatiker. Im Geiste eben Freunde.
Ich weiß nicht, was unheimlicher ist. Die geistig impotenten von PI oder die Kunstmoslems.